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Herzensbildung und Blick über den „Surtaltellerrand“ –
Vier junge Flüchtlinge zu Besuch an unserer Schule

Eine besondere Doppelstunde im Heimat- und Sachunterricht, Religions- und Ethikunterricht durften alle Viertklässler und die Drittklässler aus den Kombigruppen 3/4 in evang. Religion und Ethik am vergangenen Donnerstag, den 30.1.2020 erleben.
Vier junge Erwachsene mit Migrationshintergrund, die gerade an der Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer ihre mittlere Reife absolvieren, kamen in Begleitung ihrer Lehrerin für „Deutsch und Soziales Lernen“, Frau Haslberger zu uns an die Schule. Bestückt mit Privatfotos, Landkarten und Internetausdrucken gaben die vier Gäste uns mit ihren fleißig vorbereiteten Vorträgen einen kindgerechten Einblick in ihr persönliches Schicksal – übertragbar sicher auf viele Leidensgenossen!
Mirwais und Farhad erzählten den Kindern von ihrer Heimat „Afghanistan“, einem Land, in dem nach 30 Jahren Krieg Armut und Zerstörung das Bild prägen und in dem nach wie vor große Unsicherheit herrscht durch die Gruppe der fanatischen, gewaltbereiten „Taliban“. Dass Mädchen dort sehr benachteiligt sind (oft nicht zur Schule gehen dürfen, keinen Beruf erlernen dürfen, Kopftücher tragen müssen in der Öffentlichkeit) bewegte vor allem unsere Viertklässlerinnen sehr. Auch die Bilder von afghanischen Kindern, die schwer arbeiten müssen, um ihre Familien zu unterstützen, sowie Fotos von Schulklassen in Ruinen berührten alle Schülerinnen und Schüler.
Als Mirwais begann, von seiner gefährlichen Flucht aus Afghanistan nach Europa zu berichten, waren alle Augen nach vorne gerichtet. Gemeinsam mit Ahmad aus Syrien zeigte er persönliche Fotoaufnahmen von völlig überfüllten Schlauchbooten und dicht bestückten Zeltlagern. Dass sogenannte „Schlepper“ viel Geld kassieren für die Organisation einer solchen Flucht und dann auch noch die hilfsbedürftigen Flüchtlinge betrügen und bedrohen, konnten die Kinder kaum fassen. Glück hatten sie – unsere Gäste – großes Glück, dass sie nicht untergegangen sind bei der Masse der Menschen, die mit solchen windigen Booten übers Meer gebracht werden ins ersehnte Europa mit Frieden und Demokratie!
Für unsere Kinder gut nachvollziehbar waren die Gefühle von Ahmad, als er eines Tages auf dem Heimweg von der Schule im Elektrogeschäft seines Vaters in einem Vorort von Damaskus – der Hauptstadt von Syrien – erfuhr, dass sie nicht mehr in ihre Wohnung gehen könnten. „Mich hat besonders berührt, dass Ahmad plötzlich nicht mehr in sein Haus durfte“, schrieb ein Junge aus der 4b im Nachhinein.
Mit Mazieh aus dem Iran gab uns eine junge Afghanin einen Einblick, wie es ist, als Minderheit in einem Land benachteiligt zu werden. Mazieh hatte in ihrer Heimat keinen Pass und nicht die Möglichkeit, länger als acht Jahre in die Schule zu gehen. Dementsprechend glücklich ist sie jetzt in Deutschland, wo sie weiterlernen und einen qualifizierten Beruf ergreifen kann. Als sie in persischer Schrift „Guten Tag“ an die Tafel schrieb, bemerkten die Kinder sofort die andere Schreibrichtung (von rechts nach links). Auch der arabische Schriftzug von Ahmad beeindruckte unsere deutschen Kinder sehr. Die Bedeutung der Farben der iranischen Flagge regte uns alle zum Denken an, warum wohl unsere deutsche Flagge „schwarz, rot, golden“ ist. Mit dem bekannten iranischen Spiel „Sieben Steine“ an der Tafel gezeichnet rundete Mazieh ihren Vortrag ab. „Das wollen wir unbedingt mal nachspielen“, tönte es durch die Reihen.
Dass alle Kinder - insgesamt über vierzig – im Klassenzimmer der Klasse 4b komplette eineinhalb Stunden (mit einer kurzen Bewegungs- und Frischluftpause) aufmerksam zuhörten und bis zum Schluss wissbegierig Fragen stellten, verdient ein dickes Lob! Kein Wunder allerdings bei der Mühe, die sich die vier Flüchtlinge bei ihren altersgerechten Vorträgen gemacht haben und bei der Offenheit, mit der sie von ihren tief berührenden persönlichen Schicksalen berichtet haben! Mit selbstgebastelten Schiffchen mit den jeweiligen Heimatflaggen der vier Asylanten brachten unsere Kinder ihren Dank und ihre guten Wünsche für das weitere Einleben in ihrer neuen „Wahlheimat Deutschland“ zum Ausdruck. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt aber auch noch ihrer Lehrerin Frau Haslberger, die die vier mit beeindruckendem Engagement unterstützt und als Schülerinnenmutter bei uns in der Klasse 4b das Treffen initiiert hat.
„Ich nehme mir vor ab jetzt, immer freundlich mit Ausländern (Flüchtlingen, Asylanten) umzugehen, … glücklich zu sein, dass ich in die Schule gehen kann, … mich zu freuen, dass es in unserem Land keinen Krieg gibt, … mir zu Herzen zu nehmen, dass es mir so gut geht, während andere in fernen Ländern leiden müssen, … jeden Tag zu genießen und glücklich zu sein, …“ – So die Worte einiger Kinder der Klasse 4b auf ihrem Hausaufgabenarbeitsblatt. Der abschließende Wunsch der Surberger Kinder ist einheitlich: „Ich wünsche mir, dass es auf der ganzen Welt irgendwann keinen Krieg mehr gibt!“
Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung haben wir mit unseren Gästen getan. Lasst uns gemeinsam weiterbauen an einer Welt mit Toleranz und Einfühlvermögen, an einer Welt mit Frieden!
(Sonja Hammon-Büchner, Klassenleiterin der Klasse 4b)

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