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Begegnung mit einem traurigen Kapitel der Gemeindegeschichte – Besuch der KZ-Gedenkstätte der 4. Klassen unter der Leitung des Historikers Friedbert Mühldorfer

Gegen Ende des Schuljahres traten die 4. KlässlerInnen im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts mit ihren Lehrerinnen eine Reise in die Vergangenheit an. Dabei beschäftigten sie sich auch mit einem dunklen Kapitel der Zeitgeschichte, das in unserer Gemeinde durch eine Gedenkstätte deutlich sichtbar wird: Das Naziregime in Deutschland mit seinen totalitären, menschenverachtenden Auswüchsen bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Mit einem Grundgerüst der geschichtlichen Zusammenhänge im Gepäck sowie der Kenntnis über die Intoleranz gegenüber politisch anders Denkenden und über die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma machten sich die 4. Klassen mit ihren HSU-Lehrerinnen Frau Haslinger und Frau Hammon-Büchner am Montag, den 15.07.19 auf den Weg zum KZ-Friedhof im Surtal. Dort nahm sie der Historiker Friedbert Mühldorfer in Empfang, der seit 1985 für den Kreisverband Traunstein der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen die alljährlichen Gedenkfeiern gegen das Vergessen am ersten Sonntag im Mai organisiert.
Mit pädagogischem Gespür führte der ehemalige Geschichtslehrer die interessierten GrundschülerInnen zunächst in die Hintergründe und Mechanismen des Machtausbaus der Nazis seit 1933 ein. Anhand von historischen Quellen, wie z. B. einer Liste der politischen Gegner des NS-Regimes aus Traunstein, veranschaulichte er, wie mit Kritikern der Nationalsozialistischen Partei damals verfahren wurde. Besonders die Leidensgeschichte von Hans Braxenthaler, dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei in Traunstein, von dem Herr Mühldorfer ein großes Foto zeigte, bewegte die Kinder sehr. Zum Thema „Judenverfolgung“ und „Konzentrationslager“ griff der Historiker das Vorwissen der Kinder auf und vertiefte es, auch indem er am zentralen Gedenkstein die Symbole des „Davidsterns“ und der „KZ-Dreiecke“ erläuterte.
Alle ViertklässlerInnen zeigten große Betroffenheit, als der Geschichtswissenschaftler ihnen vom tragischen Schicksal der 66 Opfer erzählte, die am Surtaler KZ-Friedhof beerdigt sind: Wenige Stunden vor dem Eintreffen der amerikanischen Truppen am 3. Mai 1945 wurden am Waldrand bei Wüstenreit in der Nähe von Lauter über 60 KZ-Häftlinge von SS-Wachposten erschossen. Sie befanden sich wie viele ihrer Leidensgenossen auf einem der sog. „Todesmärsche“, die die verbrecherische Politik der Nazis nochmals kurz vor Kriegsende in ihrer schlimmsten Form zeigte.  Der einzige Überlebende des Massakers Leo Neumann wurde vom damaligen Bürgermeister Surbergs Josef Schmid geschützt versorgt und brachte die Greueltat ans Tageslicht.
Durch einen stillen Rundgang gedachten die SchülerInnen der schutzlosen, armen Menschen, die ein halbes Jahr nach ihrer grausamen Erschießung im November 1945 auf dem Surtaler KZ-Friedhof beerdigt worden waren.
Zum Schluss versammelten sich alle ViertklässlerInnen um den Chanukka-Leuchter aus Bronze, der zum 50. Jahrestag der Morde 1995 als Hinweis auf die vielen jüdischen Opfer aufgestellt worden war. So wie der Leuchter vom Künstler als Zeichen der Hoffnung geschaffen worden war, brachten die Kinder mit ihren Lehrerinnen ihre Hoffnung auf Erhalt des Friedens in Deutschland und Europa, ihre Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen in der Welt musikalisch durch zwei hebräische Lieder zum Ausdruck: „Shalom chaverim, … Hevenu shalom alejchem“.
Friedbert Mühldorfer gab 2015 eine Zusammenfassung der „Gedenkfeiern gegen das Vergessen“ als Buch über die Hintergründe und die Entstehung des KZ-Friedhofs in Surberg heraus. Bürgermeister Josef Wimmer beendete dort sein Grußwort mit folgendem Apell: „Dieses Gedenken und Erinnern soll uns allen wichtig sein und die Gedenkstätte als mahnendes Zeichen auch für zukünftige Generationen gesehen werden. In diesem Sinn wünsche ich dem Buch viele Leserinnen und Leser, vor allem auch in den Schulen.“
Die ältesten SchülerInnen unserer Grundschule verlassen zum kommenden Schuljahr das Surtal als Schulort – mit dem Wissen um eine für die gesamte Region wichtige Gedenkstätte in ihrem Herkunftsort.
(verfasst von Sonja Hammon-Büchner / HSU-Lehrerin in der Klasse 4b)

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