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Alle in einem Boot

„Flucht aus Syrien“ war Thema des Vorlesenachmittags an der Grundschule Surberg: Kirsten Boies Buch „Bestimmt wird alles gut“ erzählt eine berührende, wahre Geschichte.
Surberg. Dieses Thema bewegt Deutschland, Europa, die ganze Welt: In Syrien wütet ein furchtbarer Krieg und syrische Familien machen sich auf den Weg nach Europa, im Gepäck oft nur die Hoffnung auf ein besseres Leben in einem fremden Land. Sie lassen ihre Verwandten, ihre Freunde, ihre Heimat zurück und begeben sich auf einen ungewissen, lebensgefährlichen Weg. Die Kinder Rahaf und Hassan haben diesen Weg zurückgelegt – ihre Geschichte hörten 61 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Surberg am Donnerstag, 7. April, eine wahre Geschichte, aufgeschrieben von Kirsten Boie in ihrem neuen Buch „Bestimmt wird alles gut“ und vorgelesen von Mitgliedern des Fördervereins und des Elternbeirats. Es ist ein aktuelles, ein brisantes Thema, das die Schülerinnen und Schüler sichtlich bewegte, denn gebannt folgten sie der Geschichte, interessiert lauschten sie den Antworten auf zahlreiche Fragen und erzählten, was sie selbst in den Nachrichten erfahren oder bei ihren Begegnungen mit geflüchteten Menschen erlebt haben. Besonders beeindruckend: Die Kinder Rahaf und Hassan haben mit 300 Menschen unter schlimmen Bedingungen das Mittelmeer überquert. „Alle in einem Boot! Wie kann man das überleben?“ fragte eine Schülerin. Wohl mit viel Glück, mit Mut und Hoffnung – mit dem Motto: „Bestimmt wird alles gut!“
Zu sechst war die syrische Familie, von der Boie aus Kindersicht erzählt, unterwegs: Die Eltern wünschen sich für ihre vier Kinder ein Leben ohne Angst, ein Leben ohne Flugzeuge, die Bomben auf die Menschen werfen. Über Ägypten, Italien und Frankreich reist die Familie nach Deutschland, doch schnell wird den Kindern Rahaf und Hassan, aber auch den kleinen Zuhörern in Surberg klar: Reisen bedeutet hier keinesfalls „Urlaubsreise“. Das sind über 4000 Kilometer mit Hunger, Durst, Verletzungen, Schmutz, Ungewissheit und viel Angst. Die Angst ist besonders groß auf diesem überfüllten, alten Schiff. Sehr betroffen hat es die Surberger Schüler gemacht, als sie erfuhren, was eine Flucht aus Syrien bedeutet: Dass man sehr verzweifelt ist, wenn man sich entscheidet, seine Heimat zu verlassen, und dass man sehr viel Mut braucht, wenn man auf der Flucht ist. Da ist es gut, dass Rahafs und Hassans Vater weiß: „Bestimmt wird alles gut!“ Wusste er das oder hoffte er es, fragten sich die Schülerinnen und Schüler in Surberg.
Überhaupt gab es an diesem Nachmittag noch viel, was zu fragen und zu erklären war: „Was ist ein Bürgerkrieg und wann hören die Menschen in Syrien damit auf?“ Und: „Wieso nehmen die Schleuser Geld? Warum stehlen sie den Menschen das Gepäck?“ Oder: „Wie kann man denn so eine schlimme Fahrt über das Meer überhaupt überleben?“ Nicht einmal zum Schlafen konnten sich alle Menschen auf dem Flüchtlingsschiff ausstrecken, so eng war es. Einen kleinen Eindruck davon bekamen 17 Schüler der dritten Klassen, die sich in ein Schlauchboot für sechs Personen drängen sollten. Das war zunächst lustig, aber dann wurde klar: „Es ist viel zu eng. So sind die Flüchtlinge viele Tage unterwegs? Das ist ja richtig gefährlich. Sind wir nicht zu schwer für das kleine Boot?“ Zum Glück stand es sicher auf dem Fußboden des Klassenzimmers und wogte nicht auf dem Mittelmeer, ohne Sicht auf rettendes Land.
Die Zuhörer erfahren: Die Rucksäcke der Kinder waren nicht an Bord des Schiffes. Die syrische Familie reiste ohne Gepäck und später ohne Geld, denn das eine wurde gestohlen, das andere war zu schnell aufgebraucht. In der wahren Geschichte war der Verlust ihrer Habe bitterer Ernst: Nur wenig passte in Rahafs und Hassans Rucksäcke, die dann auch noch verloren gingen, mit ihnen die geliebte Puppe. Im Klassenzimmer in Surberg war es ein Spiel: „Stellt euch vor, ihr seid Rahaf und Hassan kurz vor der Flucht. Was muss unbedingt in den Rucksack?“ Wäsche natürlich, ein Handtuch, die Zahnbürste, das Lieblingsbuch, nein das muss wieder heraus. Essen und Wasser sind ganz wichtig, aber so schwer. Hausschuhe? Nein, besser nicht, die brauchen zu viel Platz. Und der geliebte Fußball muss auch zurückgelassen werden. „Puh, der Rucksack ist schwer. Einen Kilometer schaffe ich damit, vielleicht zwei. Aber mehr?“ Die Surberger Kinder waren froh, dass das Rucksackpacken vor der Flucht für sie nur ein Spiel war, dennoch hörte man die besorgte Frage: „Das kann doch in Deutschland nicht passieren, oder?“
Kirsten Boies Buch „Bestimmt wird alles gut“ erschien im Januar 2016 im Klett Kinderbuch Verlag. Jan Birck illustrierte es mit eindrucksvollen Bildern. Die wahre Geschichte von Rahaf und Hassan wird zweifach erzählt, nämlich in deutscher und arabischer Sprache. Die Übersetzung übernahm Mahmoud Hassanein. ag

Bilder folgen!


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